Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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Auf den Kaiſerpaläſten. 217

bewegen, ſo bilden ſie ein ſtillzufriedenes, wir möchten faſt ſagen, ſeliges Lächeln, das aber auch wohl ſeine wohlbe⸗ gründete Urſache hat. Worin dieſe Urſache beſteht, ſollten wir den geneigten Leſer eigentlich errathen laſſen; da es uns aber ſchon ſo oft zum Vorwurf gewacht worden iſt, wir liebten es, uns beim Schluß der wahrhaftigen Schil⸗ derungen einer unmotivirten Kürze hinzugeben, ſo wollen wir denn ſagen, daß die Urſache dieſes ſeligen Lächelns des Tannhäuſer neben ihm an ſeinem Stuhle lehnt, daß ſie ſich ein Vergnügen daraus macht, von einem Orangen⸗ baum duftende Blüthen abzubrechen, die ſie auf ihn her⸗ abfallen läßt, und daß dieſe Urſache eine liebe Bekannte von uns iſt, die wir als verſchloſſene Roſenknoſpe ver⸗ ließen, und die nun in voller Pracht aufgeblüht friſch und duftig in ihrer Liebe und Schönheit alles gehalten, was ſie verſprochen.

Der kleine Mann, der die Arme auf den Tiſch ge⸗ ſtemmt hat, wirſt einen freundlichen Blick auf die Beiden hinüber, zuckt dann mit den Achſeln und ſagt:Es iſt wahrhaftig eine Freude für einen gewiſſenhaften Vorleſer,

ſein Geſchäft zu verſehen, wenn er an euren Kindereien

wahrnimmt, daß ihr doch nicht bei der Sache ſeid.

Der Tannhäuſer nickte begütigend mit dem Kopfe, worauf er zur Antwort gab:Du haſt recht, Wulf; aber ehe du anfingſt vorzuleſen, haſt du uns ein Reſumé des Ganzen gegeben, das wohl im Stande war, mich in an⸗

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