Erinnerungen. 11
„Jetzt wirſt du müde ſein, Richard?“ ſagte die Fürſtin, als der junge Maler an ihrer Seite Platz genommen.
„Es war ſchön draußen,“ gab er zur Antwort;„das Gehen durch dieſe herrlichen Berge hat etwas Erfriſchendes, und auf mein Alleinſein eine Abwechslung zu haben, plau⸗ derte ich mit Eliſen. Sie hat ſo geſunde und kichtige Anſichten.“
„Es iſt das überhaupt ein liebes und gutes Mädchen,“
oerſetzte die Fürſtin.„Wenn ſie ſich einmal verheirathet,
wird ſie ihren Mann glücklich machen.— Findeſt du nicht,“ ſagte ſie nach einer Pauſe,„daß ſie im Wuchs mit mir einige Aehnlichkeit hat?“
„O ja, nur iſt ſie ſchlanker.“
„Mädchenhafter; aber trotzdem ſind die Formen ihres Körpers wie die meinigen. Ich machte mir neulich einmal den Spaß, ſie aus⸗ und anzuziehen, das heißt anzuziehen mit Kleidern von mir; ich verſichere dich, es war eigenthümlich, wie genau ihr alles paßte.— Darnach werde ich dir eitel vorkommen, wenn ich finde, daß ſie ſehr ſchön gewachſen iſt.“
„Untadelhaft,“ erwiderte der junge Maler, während er an ſein Bild dachte.
Das Felsthal hatte ſich erweitert, die Sonne ſchien kräftig auf den Weg und ihre Strahlen, heute Morgen warm, wurden jetzt heiß und drückend.
„Das geht jetzt noch ein paar Stunden ſo aufwärts
bis Splügen,“ ſagte die Fürſtin,„aber den ſchönſten Theil
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