Zwölftes Kapitel.
den Vatikan, aber mit Franceska. Ja mit ihr, mit ihr!—.
Unter dieſen Gedanken war der Tannhäuſer mit raſchen Schritten dem Reiſwagen vorausgekommen und ſah an der nächſten Biegung des Weges den Fourgon der Fürſtin. Auch dieſen hatte er bald überholt und bemerkte dann eine Strecke davon Eliſe auf einem Stein am Wege ſitzend, augenſcheinlich verſunken im Anſchauen der prachtvollen Natur. Sie hatte ihren leichten Strohhut am Arme hän⸗
gen, ihr ſchwarzes Haar einfach um den Kopf gewunden
und die weiße Stirne darunter war etwas geröthet, ſowie auch ihre Wangen vom längeren Gehen und von der Er⸗ regung, welche dieſe koloſſale Natur, die ſie zum erſtenmal ſah, auf ihr empfängliches Gemüth hervorbrachte. Dazu blitzten ihre Augen heiter und vergnügt, und der Ausdruck der Ueberraſchung in denſelben war hier ſo vollkommen gerechtfertigt, daß er den Beſchauer noch angenehmer be⸗ rührte als ſonſt wohl.
„Nicht wahr, das iſt prachtvoll?“ ſagte der junge Maler, indem er einen Augenblick bei dem Mädchen ſtehen blieb.
„O ſo ſchön, ſo ſchön,“ gab ſie mit Wärme zur Ant⸗ wort, wobei ſie unwillkürlich ihre Hände faltete und mit einem vollen Blicke gen Himmel ſah.
Hatte er geſagt, ſie ſolle mitgehen, oder hatte er es nur gedacht und ſie vielleicht dieſe Gedanken in einem


