Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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6 Zwölftes Kapitel.

nicht zu Fuß zu gehen, ſie ruhte bequem in ihrer Wagen⸗ ecke, entweder träumend oder in einem der vielen Bücher leſend, die ſie bei ſich hatte. Nicht lange war aber der junge Maler ganz allein; bald begleiteten ihn Gedanken, angenehme und traurige. Die letzteren waren vorherrſchend; das Bild ſeines kleinen Freundes, des Thiermalers, war ſeit lange nicht ſo lebendig vor ſeine Seele getreten, wie am heutigen Morgen. Kam es ihm doch gerade vor, als ſeien Beide heut Morgen aus einem und demſelben Wirths⸗ hauſe gegangen, gemeinſchaftlich eine Reiſe machend, und als ſei Wulf höchſtens eine halbe Stunde voraus und er werde ihn da vorne bei einer Biegung des Weges ſchon wieder finden, oder dort auf einem ſeltſam gezackten Fels⸗ ſtück ſitzend, wo er vor Vergnügen mit den Beinen zappele und einmah über das andere hinausſchreie:famos! famos!

famos! Und wenn ihn dieſe Phantaſieen auch anfänglich etwas trübe ſtimmten, ſo gab er ihnen nicht nur gerne

nach, ſondern ſie bemächtigten ſich ſeiner Seele mit ſolcher

Lebhaftigkeit, daß ſie ihn faſt der Gegenwart entrückten, ihn wenigſtens ſo umwoben, daß er ſich zuweilen eines zufrie⸗ denen Lächelns nicht erwehren konnte.

Ja, es war ein lang genährter Traum ſeiner Jugend,

ſo träumte er, der nun in Erfüllung ging. Da ſtieg er

mit ſeinem Freunde rüſtig aufwärts und ihre Seelen jubel⸗ ten im Entzücken über die allgewaltige wunderbar ſchöne Natur, Und nicht nur jauchzten ihre Herzen beim Erblicken