Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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Straßenwanderung..15

Gebäude erheben, aber auch wieder nur zu zwei oder drei; dann folgen wieder Gärten oder Bauplätze, und ſo geht es fort, eine weite Strecke über die Grenzen der eigentlichen Stadt hinaus, faſt bis zum nächſten Dorfe, das am Fuß der Berge liegt, jenſeits der Wieſenfläche, die ſich noch zwi⸗ ſchen ihnen und den zerſtreuten Häuſern einſchiebt.

So willkürlich nun die Lage dieſer Häuſer iſt, ſo hat doch die Bauart faſt eines jeden derſelben etwas Beſonderes, etwas Verſchiedenes von der übrigen Stadt; an jedem der Gebäude hier, mag es noch ſo unbedeutend ſein, ſehen wir, nach Norden gerichtet, irgend ein Fenſter von ſo unverhält⸗ nißmäßiger Höhe und Breite, daß es durchaus nicht zum Uebrigen paßt; oft ſogar haben dieſe Fenſter eine ſolche Ausdehnung, daß man glauben könnte, man habe ein Treib⸗ oder Gewächshaus vor ſich; ja es ſcheint uns von weitem, als ſähen wir wirklich bunte Blumen an denſelben. Kom⸗ men wir aber näher, ſo bemerken wir alsbald, daß das, was wir für Pflanzen oder Blüthen gehalten, bunte Farben⸗ klekſe ſind, womit die Fenſter ſtellenweiſe, aber ohne allen Zuſammenhang, bemalt ſind.

Paſſend zu dieſen ſonderbaren Häuſern haust aber auch hier ein ſeltſamer Menſchenſchlag; meiſtens ſind es junge Leute, die wir ab⸗ und zugehen ſehen, mit lang herabwal⸗ lenden Haaren, mit großen Bärten, wo die Natur derglei⸗ chen beſcheert, mit Kopfbedeckungen vergangener Jahrhunderte oder freier Phantaſieen, breitkrämpige, zugeſpitzte Hüte oder