300 Unverheirathete Eheleute.
Karl. Aber laß mich hoffen, Eliſe. Nicht wahr, Du entziehſt mir Dein Herz nicht? In einiger Zeit wird ja Alles beſſer werden!
Eliſe(macht einen Schritt nach der Thüre).
Karl. Laß' mich nicht allein, entfliehe mir nicht wieder, gebe mir nur ein kleines Zeichen, daß Du mich liebſt; laß' mich Deine Hand küſſen!
(Während Eliſe nach ihrem Zimmer links geht, winkt ſie ihm mit der Hand zurück.)
Karl lergreift ihre Hand und küßt ſie innig). O meine Eliſe! (Bei den letzten Reden will der General vortreten. Der Baron hält ihn mühſam
zurück, und Beide verſchwinden, als Karl ſich umwendet und zur Mittelthüre 4 hinaus will)
Vierter Auftritt. Karl. Baron. Nachher General.
Baron.(ganz alterirt). Nein, das iſt zu ſtark!— Plagt denn euch insgeſammt der Teufel?— Machen Sie, daß Sie fort kommen!
Karl(luſtig). Zu meiner jungen Frau?— O, es preſſirt mir gar nicht!
Baron. O, euch preſſirt gar nichts, nur eure Leidenſchaften!— Müßt ihr denn euch und mich zu Grunde richten?
Karl. Ach, Sie ſehen immer Geſpenſter!
(Der General erſcheint unter der Thüre ernſt und ruhig.)
Und dann Baron wiſſen Sie ja, wie ſehr ich Eliſe liebe!
Baron(ergrimmt). Unglücklicher, ich weiß gar nichts!— Ihre Frau ſollen Sie lieben, ſonſt nichts auf der Welt!
Karl. Aber Baron, Sie kommen mir ſpaßig vor!— Wie kann ich denn meine Frau lieben?
Baron(faſt weinend). Eine ſo ſchöne junge Frau!
Karl. Aber Sie wiſſen ja ſchon lange, wie ſehr ich Eliſe liebe, anbete!—
General(mit tiefer Stimme, indem er ſich an die Stirne faßt). Das wußte Hektor ſchon lange?————
Karl(erſtaunt). Der General!
Baron. Ja, der General, Unglücklicher!
General(vortretend zu Karh). Fort aus meinen Augen! (Er geht in den Vordergrund und ſtützt ſich tief erſchüttert auf ſeinen Fauteuil.)


