Unverheirathete Eheleute. 295
habe mich gewiß nicht geirrt!— Nein, das hätt' ich in meinem ganzen Leben nicht erwartet! Ah Hektor, Du biſt auch ſchon da?— Guten Morgen, Bruder!
Zaron(der immer fort liest, etwas barſch). Guten Morgen!
General. Du biſt heute ungemein früh auf, lieber Bruder.
Baron. Pah! Das kommt bei mir oft vor. Du ſiehſt es nur nicht immer.
General. Das kann ſein, Hektor; aber heute Morgen wünſcht' ich faſt, Du hätteſt länger geſchlafen.
(Der Baron ſieht ihn fragend an.)
Doch iſt es vielleicht auch ſo gut.
Baron. Ja, ich denk' auch, es kann nichts ſchaden, wenn ich früh aufſtehe.— Das Vergnügen wirſt Du mir doch wohl gönnen?
General. Gönnen?— Vergnügen gönnen? Ich weiß gar nicht, lieber Hektor, wie Du mir vorkommſt?— Habe ich Dir je etwas mißgönnt? 1*
Baron. Nein. Freilich nicht, aber Du— Du— eraminirſt mich immer!
General(für ſich). Ich weiß nicht, mein Bruder iſt heute ſo auf⸗ geregt.— Sollte er etwas davon wiſſen?
Baron(für ſich). Dieſe Ruhe meines Bruders!— er ſpricht ſo ſanft — Dahinter ſteckt etwast Um Gotteswillen! er wird doch nicht jetzt ſchon etwas erfahren haben!
General ſſetzt ſich auf die rechte Seite. Nach einer kleinen Pauſe). Du haſt die beiden Thüren da aufgeſchloſſen,— Du haſt die jungen Leute aus ihren Zimmern gelaſſen?.
Zaron. Allerdings habe ich das gethan!— Du wirſt doch nichts dagegen haben?
General. Nicht das Geringſte.
Zaron. Nun, das iſt mir lieb. Ich dachte ſchon, es wär Dir wieder nicht recht geweſen..
General. O mein lieber Hektor, Du biſt ja mein beſter Freund; was Du thuſt, iſt ja, als wenn ich es ſelbſt thäte. Ich habe die beiden Paare auch nur zum Scherz eingeſchloſſen.
Zaron(ür ſich). Der Mann wird gar nicht heftig, ich kann ſagen,


