Ein Eiſenbahnbild.
Es gibt wohl nicht leicht ein lieblicheres, anmuthigeres und zugleich wieder großartigeres Stück Erde als das, welches man auf der prachtvollen Eiſenbahn von Stuttgart nach Friedrichs⸗* hafen durchfliegt. Aus der Mitte der Reſidenz, über belebte Straßen hinweg reißt uns der Dampfwagen durch den herrlichen,
in aller Pracht des Herbſtes geſchmückten Park, unter dem Schloſſe Roſenſtein in die Erde hinein, aus dem blendenden Licht des Tages in tiefe Finſterniß, und läßt uns fühlen alle Schauer die⸗ ſer unterirdiſchen Fahrt, das Heulen des Dampfes, das Raſſeln der Räder, um uns gleich darauf glänzend zu belohnen durch den Anblick des Cannſtatter Thals mit der kleinen netten Stadt, dem freundlichen Neckar, den grünen Bergwänden mit Kapellen, Kirchen und Schlöſſern auf verſchiedenen Höhen. Und dies reiche Panorama thut ſich ſo plötzlich vor uns auf, wie wir durch das jenſeitige Thor des Tunnels den Schooß der Erde wieder ver⸗ laſſen— man fühlt wie die Kinder am Weihnachtabend, wenn die Thüren des dunklen Zimmers jetzt auf einmal geöffnet wer⸗ den und Licht, Glanz, ſo viel Schönes in ihre Augen fällt.
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