Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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Eine Schneeſtudie.

als habe der Schnee Eindrücke eben dieſer langen, ſpitzen Naſe

und ſogar der Brille hinterlaſſen, ſo deutlich ſehe ich ſie vor mir. V

Hinter dem Platze erhebt ſich das große Schloß, jetzt noch ernſter und finſterer als gewöhnlich, und daß in der hohen und breiten Wand nur ein einziges Fenſter erhellt iſt, macht den An⸗ blick nicht freundlicher und liebenswürdiger. Die Zacken der um⸗ liegenden Terraſſen und die kleinen Thürmchen mit den ſpitzen V Dächern zeigen Schneezähne und weiße Nachtmützen,und unter letzteren würden wir gern einſchlafen, wenn droben das Licht ausgelöſcht würde, murmelt ein alter Thurm, bei dem wir gerade dicht vorüber ſchreiten. Es iſt eigenthümlich, wie in

einer ſo hellen Schneenacht die großen Bäume auf den Plätzen

und in i hlle wahrhaft ſchwarz erſcheinen, und ſo frei und ſchlank, wie man ſie am Tage nie ſieht. Das macht aber der Schnee, der auf der Wetterſeite Stamm und Aeſte zur ene verdeckt. Wir ſind indeſſen lange genug im Freien geweſen und wollen nach Hauſe zurückkehren, und dem Schnee und Gaslicht das Terrain allein überlaſſen, wollen aber auf die kunſtvolle Art 4 aufmerkſam machen, mit welcher das letztere die Form der es umgebenden Laterne in Schattenzeichnungen auf den weißen Boden niederwirft, vier große ſchwarze Linien, die ſich am Ende auf dem Schnee verlieren. Die Vorſtellung im Theater iſt ebenfalls beendigt, und eine Menge Laternen der verſchiedenen Rangklaſſen leuchten den hinterdrein trippelnden Damen nach Hauſe. Auch viele kleine Sch itten kommen von dem Schauſpielhauſe, Kinder⸗ ſchlitten, aber ſchwer bepackt mit der Dame des Hauſes und einer guten Freundin, und ſeltſam beſpannt mit einer handfeſten Magd, die aber trotzdem keuchend von dannen eilt. Wir laſſen 6