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Eine Regenſtudie. 261
ſchweren Korb auf dem Kopfe feſthält, iſt die andere beſtändig beſchäftigt, die Naſe abzuwiſchen; denn dort laufen alle Waſſer⸗ tropfen, die auf Korbränder und Kopftuch fallen, hartnäckig zu⸗ ſammen. Sie ſprechen von der ſchlechten Ernte, von mißrathenen Kartoffeln, theuren Eiern und unerſchwinglicher Butter, und dies Geſprächsthema wird nur geändert, wenn Eine zufällig ihres Mannes erwähnt, der geſtern Nacht um 11 Uhr in einem tüch⸗ tigen Rauſche nach Hauſe gekommen. Dann haben alle mit einemmale das gleiche Schickſal erlebt; und wenn man ihren Worten glauben will, ſo iſt im benachbarten Dorfe ſeit dem letz⸗ ten halben Jahre vom Schultheißen bis zum Nachtwächter hinab kein Menſch mehr nüchtern geweſen.
So eilten ſie bei mir vorüber, ihre ſchweren Schuhe klap⸗ pern auf den Steinen und drunten am Berge verſchwinden ſie im Dunſt und Regen.
Mein Schirm beklagt ſich über die harte Zumuthung; er hat faſt Unmögliches geleiſtet und kann bei dem beſten Willen nicht mehr thun. Denn nicht nur von den Spitzen der Fiſch⸗ beine rieſelt das Waſſer herab, ſondern es hat auch oben eine Oeffnung gefunden, wo es durchdringt und mir auf die Hand
wiu Doch haben wir die Höhe des Berges erreicht und
iben hier ſtehen, um uns einen Augenblick umzuſchauen. Wie hat ſich die Natur ſeit geſtern ſo troſtlos verwandelt! Man kann gar keine Freude mehr an ihr haben und findet es nur unbe⸗ greiflich, wo die ganze Farbenpracht, all der Glanz, all das Gold hingekommen. Gewiß hat der Regen die Vergoldung weg⸗ gewaſchen und ließ die bunten Farben durcheinander fließen. Sehen wir doch heute nur ſchmutziges Braun und trübſeliges Grau durch alle Schattirungen. Dabei ſendet der Himmel immer


