auf dem Poſthofe, wie an jenem unvergeßlichen Abend, und reiste mit demſelben Eilwagen ab, welchen damals der dicke, alte, höfliche Herr mit der grauen Reiſemütze beſtiegen. Der Doktor händigte mir eine kleine Summe ein und bat mich, damit einige ſeiner kleinen Schulden in B. zu bezahlen,„vergeſſen Sie nicht,“ ſagte er lachend, „meine Hauswirthin zu beſuchen und ſehen Sie nach, ob die Freskogemälde auf meinem Zimmer noch exiſtiren. Apropos grüßen Sie Jungfer Barbara, jetzige. Madame Philipp, und wenn mein Skelett zufällig noch in ihrem Beſitz iſt, ſo kaufen Sie es ihr um jeden Preis ab. Auf
baldiges fröhliches Wiederſehen!“
Der Wagen eilte davon und bei Tagesanbruch war ich noch eine kleine Stunde von der Mühle entfernt. Beinahe um dieſelbe Stunde wie damals ſtand ich wieder beim alten Kreuz und ſo licht und hell, wie meine Zu⸗ kunft, ſo war auch heute meine Ausſicht auf das Thal unter mir, da wogte kein trüber Nebel und Alles war mit des Winters Feſtkleid, dem weißen Schnee, aufgeputzt. Die kahlen Aeſte der Bäume und Sträuche ließen mich tief unten die freundliche Mühle ſehe kerzengerade ſtieg aus dem Schornſtein der blaue Dampf und wurde oben
vergoldet durch den f een Strahl der Morgenſonne, der über die Berge brach, das Waſſer rauſchte über das an⸗ geſchwollene Wehr, das Mühlrad lief luſtig und geſchwind
herum, als wollte es ſich in der Kälte warm machen und


