Teil eines Werkes 
2. Bd. (1850)
Entstehung
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Ich ſtieg die Treppe hinauf und wußte nicht, ob mir der eben gehabte Auftritt angenehm oder unangenehm war; inſofern ich in der Sorgfalt der Prinzipalin einen Beweis ihrer Zufriedenheit entdeckte, fühlte ich mich ſchon etwas beruhigt, andererſeits war es mir nicht lieb, wie ein kleines Kind behandelt zu werden, doch war ich am Ende froh, daß meine Verlegenheiten, die täglich größer wurden, auf dieſe Art ihr Ende erreichen ſollten.— Und hatte mir nicht die Prinzipalin zu gleicher Zeit einen Beweis großen Vertrauens gegeben, indem ſie mir das Hauptbuch übergab?

Meine Garderobe lag oben auf dem Tiſch und nahm nicht viel Platz ein und nachdem ich das bittere Geſchäft, meine Armuth auszulegen beſorgt, ging ich wieder in das Comptoir hinab, nahm das neue wichtige Hauptbuch vor und malte die Zahlen der Pagina, ſowie Soll und Haben nebſt den Namen der Kunden. kalligraphiſch ſchön auf das dicke weiße Papier, ich fühlte wirklich, daß ich eine neue Stufe erklommen und gab mir die außeror⸗ dentlichſte Mühe, das Eintragen der Conti's genau und richtig zu beſorgen. Der Prinzipal gratulirte mir, der Herr Specht ſagte mir leiſe:„fahren Sie ſo fort, junger Mann, vergeſſen Sie aber ja über Ihre äußere Ausbil⸗ dung die wichtigere Innere nicht.“

Nach Tiſch kam der Schneider und maß mein Aeu⸗ dere⸗ uaih allen Richtungen.

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