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ſie war eine arme gutmüthige Perſon aus einem Dorf
in der Nachbarſchaft und hatte ein unbeholfenes, ja et⸗
was bauriſches Weſen nie recht ablegen können. Auch ſchien die Gnade des Herrn, wovon der Buchhalter ſo 1 viel ſprach, nicht bei ihr zum Durchbruch kommen zu
können und ſelbſt die frömmſten Reden deſſelben mach⸗ ten keinen Eindruck auf ſie; wenn ſie auf ein ernſtes Wort der Prinzipalin einen begangenen Fehler augenblicklich 1 und mit dem beſten Willen verbeſſerte, ſo konnte ſie bei 8 ähnlicher Gelegenheit einen frommen Wunſch des Herrn Specht, ſie möge Gott um Kraft bitten, ihre Geſchäfte mit mehr Pünktlichkeit beſorgen zu können, mit einem recht böſen Lächeln beantworten und ich hatte oft ſchon
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bemerkt, wie dann aus den ſanften Augen des Buchhal⸗ ters ein giftiger, unheimlicher Blick zuckte. Obgleich ſie nichts weniger wie ſchön war, ſo erſchienen dagegen die Formen ihres Körpers nicht unangenehm, ſie war ſtark 8
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und kräftig und handhabte die ſchwerſten Stoffe mit der größten Leichtigkeit. Den Buchhalter zu necken, war ihr größtes Vergnü⸗ gen und da auch mir der ſüßliche, ſchleichende Menſch mißfiel, ſo freute ich mich über alle Streiche, die ſie ihm ſpielte. Waren keine Fremden im Laden, ſo konnte ſie einen ſchweren Pack Zeug ihm vor der Naſe kauf den Ladentiſch niederfallen laſſen, daß die Scheiben klirrten und der Buchhalter erſchrocken zuſammenfuhr.„Gott im


