Teil eines Werkes 
2. Bd. (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ihn darauf in ſeine Zimmer, die zu ebener Erde in den Hof gingen; ſie aber bewohnte im erſten Stock ein ein⸗ ziges ſehr geräumiges Gemach.

In die Zimmer des Herrn Stieglitz kam Niemand von den Hausbewohnern, auch waren die Fenſter nach dem Hof zu beſtändig mit grünen Vorhängen dicht ver⸗ hängt. An ſolchen Tagen des Sturms kam er nicht mehr zum Vorſchein und einmal, als ich nach einem ähnlichen Auftritte zufällig über den Hof ging, hatte er eines ſeiner Fenſter halb geöffnet und ſaß daran in ei⸗ nem großen Lehnſtuhle, das bleiche ganz zuſammenge⸗ fallene Geſicht mit einer rothen Mütze bedeckt, wie ſie die Türken zu tragen pflegen. Auf den Knieen lag ein großes geſchriebenes Buch, in welchem er eifrig las, er bemerkte mich wohl und nickte mir zu, ohne ein Wort zu ſprechen.—

Der Sonntag war für uns alle ein höchſt angeneh⸗ mer und ruhiger Tag, alsdann wurde der Laden nicht geöffnet denn der Tag des Herrn, wie die Prinzipalin zu ſagen pflegte, müſſe würdig und ohne das Geräuſch der Woche gefeiert werden. Morgens ging ich in Be⸗ gleitung des Herr Specht in die Kirche, Prinzipal und Prinzipalin ebenſo, und hier galt es aufmerkſam zu ſein. Während des Gottesdienſtes überwachte der Buch⸗ halter meine Andacht und ſagte mir mit ſeiner ſanften Stimme, das Herumſchauen in der Kirche während der