Teil eines Werkes 
2. Bd. (1850)
Entstehung
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Renomé erworben und wer von der Madame Stieglitz ausſtaffirt war, konnte gewiß ſein, geſchmackvoll in der Welt zu erſcheinen. Aus dieſem Grunde hatte ſie auch viele auswärtige Kunden, theils in den kleinen Städten, theils auf den umliegenden Landgütern, die ſie nach beſtem Ermeſſen mit Toilette⸗Gegenſtänden verſah. Natürlich mußte ſie die Damen perſönlich kennen, weßhalb dieſelben genöthigt waren bei Anfang des Geſchäfts Verkehrs unſere Prinzipalin zu beſuchen. Ein ſolcher Beſuch war äußerſt merkwuͤrdig, denn von einem neuen Kunden wurde ein ſolch genaues Signalement aufgenommen, woran ſich keine Polizeibehörde zu ſchämen gehabt hätte. Das Buch, worin die Signalements verzeichnet wurden, war das ein⸗ zige, welches der Prinzipal zu führen hatte. Wenn Nie⸗ mand als ich zugegen war, nannte er es ſeinen Harem und trug allezeit die Notizen mit großer Wichtigkeit ein; alsdann legte er ſeinen Schlafrock ab, zog ſtatt der ge⸗ wöhnlichen ausgetretenen Pantoffeln ein paar hübſche von grünem Saffian an und war in ſolchen Fällen recht aufgeräumt und galant. Madame Stieglitz brachte in feingeſchliffenem Glas einen guten Wein mit Backwerk und der Prinzipal ſchrieb in ſein Buch:

Madame N., Gemahlin des Gutsbeſitzers Herrn N.

Größe: 4 4“ Geſicht: oval.