Teil eines Werkes 
2. Bd. (1850)
Entstehung
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wo es mir vergönnt ſei, das freundliche Haus meines Vetters beſuchen zu dürfen, und die Ladenjungfer hatte mir geſagt, wenn ich einmal vier Wochen im Hauſe ſei, würde mir Mahame Stieglitz an einem Sonntag Nachmit⸗ tag wohl erlaubeſt meine Verwandten zu ſehen, doch, ſetzte ſie gutmüthig hinzu, möchte ich in der erſten Zeit mich nie unterfangen, 8 e Erlaubniß zum Ausgehen ſelbſt zu erbitten.

Bald war ich denn über vier Wochen im Geſchäft und kann, ohne ruhmredig zu ſein, von mir ſelbſt ſagen, daß ich mir in den Elementen des Modewaarengeſchäfts

ſchon einige Kenntniſſe erworben, überhaupt recht fleißig

geweſen war, etwas zu erlernen. Dieſes Beſtreben ver⸗ dankte ich nun neben meinem feſten Vorſatz mich zu einem tüchtigen Kaufmann heranzubilden der Furcht vor dem ſtrengen Geſichte der Madame Stieglitz, das ſie augen⸗ blicklich anzunehmen pflegte, ſowie ſie irgendwo die ge⸗ ringſte Unordnung ſah, und ihrem ſcharfin Auge blieb nichts verborgen; war ein Brief nicht ſorgfältig geſie⸗ gelt, ſtand die Aufſchrift etwas ſchief oder hatte ſich gar ein Schreibfehler eingeſchlichen, ſo war man ſicher ein ernſtes Geſicht zu ſehen, das ſie mit einem ein⸗ fachen„ei, ei“ begleitete. Im Laden ſelbſt, wo ich jetzt auch zum Aufräumen zugelaſſen wurde, entginge ihrem Blick ein ſchiefliegendes Stück Zeug ebenſowenig, wie eine falſch umgelegte Schnur; die Farben der einzelnen Stücke mußten dem Auge wohlthäend geordnet ſein und

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