er aber Niemand gab, ſondern mit in ſein alaten nahm und ſie von dort aus in den Mühlbach warf. Eines Abends war der Vetter Chriſtoph über b geritten, es war an einem Sonntage, und er wurde zum Nachteſſen zurückerwartet. Der Doktor hatte auch heute den ganzen Tag im Walde umhergeſchwärmt, ohne mich wie ſonſt mitzunehmen, was mir äußerſt ſchmerzlich war. Abends kam er zurück, mit ſeinen Waldblumen in der Hand, und da das Geſinde ſchon abgegeſſen hatte, ſo wies man ihn in das Zimmer der Müllerin, wo das Nachteſſen für uns und den Vetter Chriſtoph wartete. Wir ſtanden an den offenen Fenſtern, und da Burbus, verſtimmt wie ſeit einiger Zeit immer, zu uns trat, ſo nahm die Mül⸗ lerin, die das auch längſt bemerkt hatte, Veranlaſſung, von ſeinen Blumen zu ſprechen, um ihn in die Unterre⸗ dung zu ziehen. Er hob ſie haſtig empor, ſah ſie an und reichte ſie Sibyllen dar, welche ſie auch annahm.
„Wie kommt es, Herr Burbus,“ ſagte die Müllerin, „daß man Euch gar nicht mehr ſieht? Ihr ſtreift den ganzen Tag im Walde herum und kommt erſt Abends heim.“
„Haben Sie das bemerkt, Frau Müllerin?“ entgeg⸗ nete der Doktor ernſt.„Ich muß geſtehen, daß mir das wohl thut, denn ich bin ja eigentlich ſo heimathlos und allein in der Welt, daß an meinem Daſein oder Nicht⸗
daſein kein Menſch Antheil nimmt.“— 16*


