ich wünſchte mit Sehnſucht den Augenblick herbei, wo ich, ein gelernter Kaufmann, dieſes Gewölbe verließ, um in das Leben hinauszutreten, wo ich der Seeſtadt zu⸗ eilte mit ihrem unendlichen Waſſerſpiegel und ihrem Maſtenwald.
Ich konnte dieſen Träumen nicht lange nachhängen; Herr Reißmehl, der meiner bereits anſichtig geworden war, trat aus einer kleinen Glasthüre, über welcher mit goldenen Buchſtaben das Wort Schreibſtube zu leſen war. Sein hageres Geſicht hatte ganz denſelben freund⸗ lich lächelnden Ausdruck, mit dem er im Garten unſere Spöttereien hinnahm; nur trug er auf dem Kopfe ſtatt des Hutes eine weiße Nachtmütze, und ſtatt des braunen Rocks hatte er eine rund abgeſchnittene Jacke an. Vom Handgelenke bis zum Ellbogen reichten ein Paar dunkel⸗ farbige Ueberärmel, die auf der untern Seite ganz glän⸗ zend waren. Auch hatte der gute Mann eine Brille auf der Naſe, die er beim Eintritt in den Laden feſter gegen die Augen drückte. Wie es einem ſo gehen kann, ich hatte den Herrn Reißmehl in meinem Leben viele hun⸗ dertmal geſehen, aber ihn noch nie ein Wort ſprechen hören, ſo daß mir nicht anders war, als er beſitze dieſe edle Gabe gar nicht, und ich ihn mir nur ſtumm dachte. Auch an dieſem Morgen wurde ich nicht ſogleich aus meiner Täuſchung geriſſen, denn er ſah mich durch ſeine Brille an, nickte ein paarmal freundlich mit dem
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