Teil eines Werkes 
1. Bd. (1850)
Entstehung
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verließen und er unter der Thür ſeines Ladens ſtand, zahlreiche Beweiſe ſeiner Freundlichkeit und ſeines Wohl⸗ wollens, beſtehend in ganzen Händen voll Roſinen, Mandeln und getrockneten Pflaumen. Wem aber das Ding gar nicht einleuchtete, das war die Jungfer Schmie⸗ din. Obgleich ſie auf's Kräftigſte nach Faſſung rang, ſo konnte ſie dennoch einigen Thränen nicht verbieten, über die Wangen hinabzurollen. Sie ſchüttelte lange wehmüthig den Kopf, als meine Großmutter das vor⸗ theilhafte Anerbieten des Herrn Reißmehl auseinander⸗ ſetzte, doch wagte ſie's nicht, die alte Frau zu unter⸗ brechen, und erſt als dieſe geendigt und der ganze Fa⸗ milienrath halb und halb ſeine Zuſtimmung gegeben, verſuchte ſie es mit einigen ſchwachen Worten, dem Pro⸗ jekt entgegen zu arbeiten.

„Ach, Frau Paſtorin,“ ſagte ſie,„Gott ſoll mich be⸗ wahren, daß ich mir je einfallen ließe, über einen Mit⸗ menſchen etwas Böſes zu ſagen; aber vom alten Reiß⸗ mehl munkelt maſt doch ſo allerlei, ſo ſeltſame Sachen, ja—“—„Nun, was denn?“ fiel ihr meine Großmut⸗

ter etwas barſch in die Rede.—„Ach, Frau Paſtorin⸗ Sie glauben freilich ſo etwas nicht, und ich für mein

Theil, nun ja, ich will es auch eigentlich nicht beſchwö⸗

ren, aber man behauptet, der alte Reißmehl muſſe etwas

auf dem Herzen haben, denn er ſteige beſtändig ohne i ſeinem Hauſe umher, faſſe überall mit der