Teil eines Werkes 
1. Bd. (1850)
Entstehung
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So lebte ich nach der Confirmation noch ein halbes Jahr bei der Tante, und es war mitten im Winter an einem Sonntag Nachmittag, als im Zimmer meiner Großmutter ein Familienrath gehalten wurde, um zu

beſchließen, was eigentlich aus mir werden ſollte. Meine Großmutter, der ich am ſelben Morgen eine ihrer ſchön⸗ ſten Taſſen zerbrochen hatte, meinte zwar, es ſei voraus zu ſehen, daß aus mir ein Taugenichts werde; doch müſſe man das Seinige thun, damit man ſeine Hände in Unſchuld waſchen könne. Ich war an dieſem Tage

in der trübſten Stimmung von der Welt. Draußen wa⸗ Nen Bäche und Teiche zugefroren und meine Kameraden trieben ſich dort herum. Auch ich war mit einem Paar ſehr defecter Eisſchuhe hinausgegangen, mußte aber un⸗ verrichteter Sache wieder umkehren; in der vergangenen Nacht war tiefer Schnee gefallen, alle Teiche bis auf einen waren damit bedeckt, und bei dieſem einzigen ſtan⸗ den einige Männer, die ihn vom Schnee gereinigt hat⸗ ten und für dieſe Dienſtleiſtung von jedem zwei Pfen⸗ nige forderten, eine Summe, die ich in meinen damali⸗

2 gen Verhältniſſen nicht erſchwingen konnte. Mißmuthig

kehrte ich nach Hauſe zurück und nahm mir feſt vor, jetzt bald etwas Tüchtiges zu lernen, damit ich mir mein eigen Geld verdienen könne. 3

So trat ich in das Zimmer meiner Großmutter, wo ich denn bald zu meiner großen Verwunderung hörte,