Teil eines Werkes 
4. Bd. (1874)
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Werk, und wie beſeligend für die arme Ellen, die mit gefalteten Händen daſaß, es betrachtend mit weit geöff⸗ neten Augen, aus welchen ſchwere Thränen herabtropften ſie ſelbſt Ellen⸗Ophelia; ſie drückte die Hände heftig gegen ihre Bruſt, vermochte es aber doch nicht, ihren tiefen Athemzug gänzlich unhörbar zu machen es klang wie ein leiſer, zitternder Seufzer durch das Ge⸗ mach, ſo daß er erſchreckt auf das Bild ſchaute, ehe er ſich langſam umwandte dann blieb er bei ihrem An⸗ blicke, bei dem Anblicke Ellen's, bei dem plötzlichen Er⸗ ſcheinen der Heißgeliebten, welches ihm wie ein Wunder vorkommen mußte, einen Augenblick wie betäubt ſtehen, um im nächſten Palette und Stock, ſowie Alles, was er in den Händen trug, weit von ſich zu ſchleudern, um dann, laut ihren Namen rufend, zu ihren Füßen nieder⸗ zuſtürzenEllen meine Ellen, Du biſt es, es iſt kein Trugbild meiner Phantaſie!

Statt zu antworten, denn Thränen der Seligkeit erſtickten ihre Stimme, legte ſie ihm ihre Hände auf das lockige Haar, und eine unſägliche Wonne durchzuckte ihr Herz, als ſie fühlte und ſah, wie ſein Haupt ſchauernd unter dieſer Berührung auf ihre Kniee niederſank, und wie er ſie feſt mit ſeinen Armen umſchlang.

Wenn Du auch kein Trugbild biſt, rief er alsdann mit zitternder, tiefbewegter Stimme,ſo ſchwöre mir,