friſchen Morgen?— ich bin gewiß der Letzte, das un⸗ verzeihlich zu finden.“
„Aber Blütentage und junge Morgen haben nicht immer gehalten, was ſie verſprochen.“
„Sehr wahr, doch wenn es auch wenig Blumen und Früchte gibt, ſo wird doch ein Thau von Brillanten fallen und verkümmerte Blüte eben ſo gut ihre Bewunderer und Anbeter finden, und Sie können mir glauben, daß von jeher die Leute am tollſten und unverſchämteſten geſchrieen haben, welche ſtatt einer Gottheit das goldene Kalb um⸗ tanzen.—— Doch ſind wir da unwillkürlich in ganz andere Dinge hineingerathen, und die Zeit rennt ſo furcht⸗ bar raſch— behüte Sie der Himmel, Roſenthal, ich hoffe Sie bald wieder zu ſehen!“
Damit winkte ihm der König zum Abſchiede; und als Allerhöchſt Derſelbe bald darauf aus ſeinem Zimmer trat, um ſich in den Schloßhof zu begeben, wo die be⸗ ſpannten Wagen warteten, ging die Abreiſe heute beim Tageslichte und in umgekehrter Ordnung mit nicht weniger Feierlichkeit vor ſich, als die Ankunft geſtern Abend, nur daß man heute durchſchnittlich nur heiter lächelnde, ja glückſelige Geſichter ſah. Blickte doch auch Gräfin Hilde⸗ gard, als ſie mit Ellen wieder auf ihrem Zimmer ange⸗ kommen war, die Freundin mit ſtrahlenden Blicken an, die dann erſt feucht verſchleiert erſchienen, als ſie in lie⸗


