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nicht ganz um eigenes Intereſſe handelt, ſo würde ich in der That unendlich dankbar ſein, wenn Fräulein von Roſenthal—“
„Du erlaubſt mir, Dich zu verlaſſen?“ fragte dieſe in einem faſt flehenden Tone.
„Nein— Ellen, Du bleibſt, wie Du mir ver⸗ ſprochen!“
„Ah, eine getroffene Uebereinkunft!“ ſagte Graf Leo mit einem bittern Lächeln,„das ändert freilich die Sach⸗ lage, und bin ich jetzt davon überzeugt, daß die jungen Damen in der That keine Geheimniſſe vor einander haben —— nun wolhlan denn, ſo geſtatten Sie mir, in dieſem Bunde des Vertrauens der Dritte zu ſein— ja es muß ſo ſein, Gräfin Ferrner,“ fuhr er in raſchem, entſchloſſe⸗ nem Tone fort,„ich habe mich nach dieſer Unterredung geſehnt, wie der Verſchmachtende nach einem Trunke friſchen Waſſers, ich habe nur in der Hoffnung, Ihnen endlich einige Worte ſagen zu dürfen, in die für mich ſo peinliche Reiſe hieher gewilligt.“
„Und haben dadurch eine treffliche Gelegenheit ge⸗ funden, mir Unangenehmes zu ſagen, denn die Höflich⸗ keit zwingt mich, artig zu ſein gegen den Gaſt meines Vaters.“
Sie hatte dieſe Worte in einem kalten, faſt verächt⸗ lichen Tone geſprochen, doch zeugten das Beben ihrer


