— 10—
„Er wünſcht Piſtolen, fünfzehn Schritt Barrière und im Avanciren nach Belieben ſchießen.“
„Gut.— Jetzt noch die kleine Angelegenheit, welche Sie freundlichſt für mich beſorgen wollen. Bitte, läuten Sie dem Kellner, er ſoll Licht und Siegellack bringen.“ Bis das Verlangte kam, hatte Herr von Roſenthal den bewußten Zettel aus dem Couvert genommen und ihn in ein anderes geſteckt, in dem ſich der Brief an Ellen be⸗ fand, und welches er ſchon zu Hauſe pünktlich über⸗ ſchrieben hatte; dann ſiegelte er es zu, ſteckte es in ein zweites Couvert, das er ebenfalls ſiegelte und überſchrieb, gab dieſes darauf dem jungen Maler, indem er ſagte: „Weit entfernt, irgend einen Zweifel in Ihre Pünktlich⸗ keit zu ſetzen, lieber Arthur, erlaube ich mir doch, Ihnen zu bemerken, daß neben dem idealen Werth auch noch ein ſehr bedeutender reeller in dieſem Briefe ſteckt; meine Vorſicht, den Brief in ein Couvert zu ſtecken, welches, wie Sie ſehen, Ihren Namen trägt, iſt auch nicht ganz unnöthig, da es, ſelbſt im Falle es bei unſerer Expedition verloren ginge, doch wieder in Ihre Hände käme—— und nun zu Tiſche.“
Das Dejeuner war vortrefflich und Herr von Roſen⸗ thal ließ nicht nur den Speiſen, ſondern auch den Ge⸗ tränken volle Gerechtigkeit widerfahren, wobei er beſonders den eiskalten Champagner mit unverkennbarem Hochgenuß


