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frieden zu ſein und trat heiter, faſt ſtrahlend in den Sa⸗ lon, wo er den Grafen Wieneck am Fenſter ſtehend ihn erwartend fand.
„Sie werden ſich wundern, Herr von Roſenthal,“ ſagte dieſer, wohl aber nicht unfreundlich,„daß Sie mich in der gewiſſen Angelegenheit doch noch als Zeuge Mit⸗ tow's bei ſich ſehen, und ich will es nicht leugnen, wohl durch meine eigene Schuld.“
„Nehmen Sie Platz, Graf Wieneck,“ antwortete Herr von Roſenthal nach einer freundlich zuſtimmenden Ver⸗ beugung, hinzuſetzend:„es bedarf ja das nicht die Spur einer Entſchuldigung, und glauben Sie mir, wenn ich. Ihnen die Verſicherung gebe, daß ich alsdann dieſe An⸗ gelegenheit, auch was mich betrifft, in den beſten Hän⸗ den weiß.“
„Ich ſuchte heute Morgen in möglichſter Frühe Mittow auf,“ ſagte der Flügeladjutant des Königs,„um ihn zu veranlaſſen, Ihnen gegenüber einen erklärenden, begütigenden Schritt zu thun, ſowie auch zu erfahren, ob er geſtern Abend über die Sache geſprochen. Leider iſt dieß der Fall geweſen, was er mir unter der Ver⸗ ſicherung mittheilte, daß er nicht geſonnen ſei, auch nur um den Werth einer Sylbe zurückzuweichen.“
„Was ich begreiflich finde und nicht anders er⸗
Hackländer, Geſchichten im Zickzack. II. 14


