Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
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Kopf da an eine andere, ſehr finſtere Nacht erinnert, eine böſe Nacht; ja ſo lebhaft, daß mich ein Froſt durchſchauert fort mit dir, es iſt unverantwortlich, ſo auszu⸗ ſchauen mich hat der Anblick ſo erſchüttert, fuhr er fort, nachdem er ſich raſch erhob,daß ich etwas Nervenberuhigendes darauf nehmen muß 3 Uhr noch iſt es Zeit.

Er eilte raſch an's Fenſter, riß den ſchweren Vor⸗ hang auseinander und ſtarrte hinaus in die nächtliche ſtille Landſchaft, in welcher er von ſeinem Wohnzimmer die letzten Häuſer der Stadt erblicken konnte. Der Mond ſchwebte dicht am Horizont über einer Wolkenſchichte, in die er eben zu verſinken drohte; doch noch wirkte ſein volles, mildes Licht auf die ſchlummernde Erde, ſchien Alles rings umher mit ſeinem ſanften Scheine zu glät⸗ ten und zu beruhigen, webte geheimnißvolle, ſilberleuch⸗ tende, duftige Schleier um die hochaufſtrebenden Baum⸗

maſſen, und buhlte mit den geiſterhaft emporquellenden

Nebeln.

Ah, mein Freund, mein lieber Jugendgefährte! ſagte der Mann am Fenſter, der ſeine heiße Stirn gegen die feuchten, kühlen Scheiben gedrückt hatte,ich danke Dir, Dein Anblick hat mir wohl gethan, hat mich erquickt, geſtärkt, beruhigt, ich danke Dir hat mir eine Bürgſchaft gegeben für eine weitere und viel⸗