Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
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Geſichte weder der Ausdruck des Erſtaunens, noch der Ueberraſchung zeigte, ja, er mit ruhiger Miene neben Seiner Majeſtät vorbei zum Fenſter hinaus blickte, fuhr der König fort:„Ich bin ein alter Soldat, der es liebt, gerade auf ſein Ziel loszugehen, und bei der Antwort, die ich von Ihnen erwarte, braucht es, ſollte ich denken, durchaus keiner langen Ueberlegung. Entweder, Sie ken⸗ nen dieſe Dame, oder Sie kennen ſie nicht, und wäre im letzteren Falle alles Weitere überflüſſig; denn auf Vermuthungen oder auf das, was man ſagt, lege ich durchaus keinen Werth.“

„Ich kenne dieſe Dame.“

„Nun denn?“.

Bei dieſer Frage richtete Herr von Roſenthal ſeine Augen auf den König, und ein nicht zu verkennendes Lächeln zeigte ſich dabei auf ſeinem Geſichte.

„Ich habe Ihnen ſchon geſagt, ich frage nicht aus Neugierde oder aus ſonſt einem ganz gewöhnlichen In⸗ tereſſe; ich weiß, daß dieſe Geſchichte bei meinem Sohne tiefer geht, als mir lieb iſt, daß dieſe Leidenſchaft meine wohlerwogenen Schritte für deſſen Zukunft, die vom Wohl des Landes unzertrennlich ſind, durchkreuzt, und es iſt meine Pflicht, Maßregeln zu treffen, daß ſich der Kronprinz nicht zu unüberlegten Schritten hinreißen läßt.“