Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
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aber dort regungslos ſtehen, da das Lauterſprechen der Gräfin ihm die Anweſenheit einer zweiten Perſon kund⸗ gab und er fürchten mußte, ſich durch die geringſte Be⸗ wegung zu verrathen.

Glücklicherweiſe aber hörte er auch, daß dieſe zweite Perſon Niemand anders war, als die Kammerfrau der Oberſthofmeiſterin; doch war das, was ſie in größter Eile und flüſternd ſagte, eben nicht geeignet, ſeine Stellung angenehm zu machen:„Excellenz,“ ſagte ſie nämlich, „die Königin, durch den dunkeln Gang kommend, iſt ſoeben in die hintere Garderobe getreten.“

„Allein?“

„Mit der erſten Kammerfrau.“

Graf Wieneck hielt den Finger an den ihm wohl⸗ bekannten Stahlknopf, welcher durch einen leiſen Druck die Spiegelthür öffnete, und vernahm kaum noch das angſt⸗ volle„Fort, fort!“ der Gräfin Wildenow, ſo raſch war er in den kleinen Gang hinausgeſchlüpft und hatte die Thüre hinter ſich behutſam in's Schloß gedrückt. Es war aber auch die größte Eile nothwendig geweſen, denn es blieb der Oberſthofmeiſterin kaum ſo viel Zeit, den Vorhang vor dem Spiegel auseinander zu reißen und ſich alsdann mit einem Buch in der Hand auf den Divan zu werfen, während die umſichtige Kammerfrau drei Zimmer von ihrer Herrin entfernt mit einem ſehr gut