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ſich auf ſeine Art die Majeſtät zu unterhalten. Nun heute wird Herr von Roſenthal darin ſchon ein Uebriges thun.
„Der König lacht gerne über ſeine drolligen Einfälle.“
„Gewiß, Herr Major, doch ſchreibt der König auch zuweilen Bemerkungen nieder, ſobald ihn Herr von Roſen⸗ thal verlaſſen— Sie geſtatten mir jetzt wohl, daß ich mich zurückziehe?“
„Lieber Herr Dippel, Sie ſind ein Muſter von Höflichkeit, wie könnte ich es mir einfallen laſſen, von Ihrer koſtbaren Zeit auch nur eine weitere Minute zu vergeuden? Halten Sie mich in freundlichem Andenken.“
Der alte Kammerdiener verbeugte ſich mit einem mehr als wohlwollenden Lächeln und hatte ſich ſchon halb zum Weggehen gewendet, als er ſtehen blieb, wieder neben den Flügeladjutanten trat und ihm flüſternd ſagte: „Auf der Liſte da iſt noch ein Name vergeſſen, vielleicht auch abſichtlich nicht hergeſetzt worden; der Ihres hoch⸗ verehrten Herrn Papas. Seine Excellenz ſind nach den gewöhnlichen Rapporten, ſowie nach Herrn von Roſenthal zur Audienz gewünſcht worden.“
„Ich danke Ihnen herzlich, mein lieber Herr Dippel.“
Jetzt zog ſich der alte Kammerdiener in der That zurück, wobei er vollſtändig geräuſchlos gleich einem Weſen ohne Körper über den Parketboden dahinglitt.
Nachdem Graf Leo ſeine Papiere geordnet, auch eine


