Teil eines Werkes 
1. Bd. (1874)
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Das klang nicht wie Scherz zwiſchen ihren feinen Lippen hervor, das war auch nicht mehr der Ausdruck eines harmloſen Geplauders, was jetzt plötzlich ihre Mienen beſchattete ja, das ſchöne Weib, das ſich nie eine Bewegung erlaubte, ſo lange das Auge des Künſtlers auf ihr ruhte, hatte jetzt die Hände emporgezogen und feſt gegen ihre Bruſt gedrückt, während ein unausſprechlicher Schmerz ihre Züge durchwühltelachen Sie über mich, lachen Sie aus vollem Herzen, aber glauben Sie mir, daß ich Ihnen die Wahrheit geſagt.

Welch' furchtbares Räthſel! waren die einzigen Worte, welche Arthur mühſam hervorſtieß, während er erſchreckt emporſprang, da er ſah, wie ſie in wildem Schmerze laut aufſchluchzend jetzt ihre Hände vor die Augen preßte.

Doch faßte ſie ſich im nächſten Augenblicke wieder; ſie verſuchte trotz ihrer Thränen zu lächeln, ja ſie zwang ſich zu einem heiteren Tone, als ſie ſagte:Verzeihen Sie dem ſchwachen Herzen eines Weibes. Es hat ſo lange um mich her geſtürmt, und ich habe ſo lange ſieg⸗ reich widerſtanden, daß ich mich gar nicht wundern darf, wenn ich doch einmal unterliege, und wenn der Sturm, der mein Herz durchzuckt, endlich in wilden Klagetönen meine Seele erfüllt doch iſt das jetzt vorüber, es ſaust und braust nur noch von ferne her in den Ohren,

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