Teil eines Werkes 
1. Bd. (1874)
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meinige ja, ich bedaure es faſt, daß dieſe Sitzungen ihr Ende erreicht haben wiſſen Sie wohl, fuhr ſie nach einer Pauſe fort,daß ich mich oft angenehmen Träumereien überließ, wenn ich ſo mit geſchloſſenen Augen dalag, daß ich mich dann vollſtändig hineindenken konnte in die Gefühle des Originals unſeres Bildes, daß es mir zuweilen eine ſelige Empfindung verurſachte, langſam und vielleicht ſchmerzlos unterzuſinken, ein wohlthätiges, ewiges Vergeſſen zu finden.

Ein ſolches Gefühl begreife ich nicht recht in Ihrer geſellſchaftlichen Stellung, gnädige Frau.

Was wiſſen Sie von meiner geſellſchaftlichen Stel⸗ lung?

Leider nur das, was ich aus Ihrem Aeußeren ab⸗ zuleiten vermag.

Warum leider?

Wenn ich Wirkliches von Ihrer geſellſchaftlichen Stellung wüßte, ſo könnte ich vielleicht auf die Hoffnung rechnen, Sie ſpäter einmal wieder zu ſehen er ſprach das mit leiſer Stimme, ihre Züge ängſtlich betrachtend,

und ſetzte dann, als ſie hierauf nicht ſogleich eine Ant⸗

wort gab, in gleichgültigem Tone hinzu:Nur um zu er⸗ fahren, ob Ihre Freunde mit meiner Arbeit zufrieden ſind.

Dieß Bild iſt nicht für meine Freunde beſtimmt, eher für meine Feinde.