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„Ihre Stunde iſt da—— ſie wird kommen— — doch wenn ſie nicht käme,“ rief er heftig aus,„wenn ſie geſtern zum letzten Male dageweſen wäre, wenn ſie Jemand hieher ſchickte, um das Bild holen und mir mei⸗ nen Lohn zahlen zu laſſen—— nie— nie würde ich es abgeben,— nie— nie— und könnte ich ſie zwin⸗ gen, ſelbſt noch einmal zu kommen? Wie wäre mir das möglich, da ich ſo gut wie nichts von ihrem übrigen Leben weiß, da ich ihr feierlich gelobt, nie nach ihr zu forſchen! Habe ich doch geſtern Nacht wie ein Schulbube gezittert, als ich ſie in ihrem Wagen zu erkennen ge⸗ glaubt, und dieſem Wagen bis in den Garten folgte, wo er verſchwand— ich weiß nicht, was ſie mir ange— than hat, ich bin doch früher nicht ſo furchtſam geweſen“
— er lauſchte haſtig gegen die Thür—„ah, ſie kommt, ich werde glücklich ſein, um noch unglücklicher zu werden.“. 7
Er griff haſtig nach Palette und Malerſtock, tauchte raſch den Pinſel in eine beliebige Farbe und that, als ſei er ſo eifrig mit dem Bilde beſchäftigt, daß er nicht Zeit fände, die nun wirklich Eintretende, ſo heiß Er⸗ ſehnte anders als mit einem flüchtigen Kopfnicken zu begrüßen; doch bemerkte man wohl an den heftigen Athem⸗ zügen, die ſeine Bruſt ſchwellten, ſowie an dem Zucken ſeiner Lippen, daß er mühſam nach Faſſung rang. Erſt


