Teil eines Werkes 
1. Bd. (1874)
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kümmerte, auch lange Zeit vergehen ließ, bis ich ihr einen Gegenbeſuch machte, wurden wir nach und nach gute Freunde.

Es gibt Leute genug, welche dieſe Angelika Si⸗ mens für eine mythiſche Perſon halten, für einen talent⸗ vollen Maler, der dieſen Namen anfänglich annahm, um für ſeine derben Kompoſitionen noch größeres Intereſſe zu erwecken, ſelbſt der Kronprinz wußte nichts Näheres über ſie.

Daß ſie eine Frau iſt, oder vielmehr ein Mädchen, enfin ein weibliches Weſen, dafür könnte ich mich allen⸗ falls verbürgen, obgleich ſie äußerſt wenig vom zarten, oder gar vom ſchönen Geſchlechte an ſich hat. Sie be⸗ ſucht mich zuweilen in der Dämmerung, wir plaudern rauchend zuſammen, und bei ſolchen Gelegenheiten hat ſie mir auch Einiges aus ihrer Vergangenheit erzählt. Schon in ihrer Jugend zeigte ſie großes Talent, aber ebenſo ein äußerſt genial exzentriſches Weſen, liebte es in Männertracht zu gehen, ritt, ſchoß und focht, rauchte Cigarren, ſchlief in einer Hängematte. Das ging Alles vortrefflich, ſo lange ſie jung und hübſch war.

Ah bah hübſch! Ich kann Sie verſichern, recht hübſch, nach einem

kleinen Bilde, einem Porträt, welches ſie mir von ſich

gezeigt, und von dem ſie behauptet, daß es ſehr ähnlich