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geſchirr, Teller, Kryſtallſchalen, Gläſer, halbgeleerte Fla⸗ ſchen, die im Eßſalon ihren Dienſt theilweiſe erfüllt und ſpäter den Reſt ihres Daſeins hier vergießen werden, während andere Weinſorten eben erſt gerüſtet ſind, in die Schlachtlinie einzurücken, langhalſige ſtolze Rheinwein⸗ flaſchen mit vergoldetem Kopfe, leicht frappirt, ausge⸗ zeichnete Bordeaux, bis zum Gebrauch mit einer erwärm⸗ ten Serviette umwickelt, ſchwere Burgunder, bequem in kleine Korbwagen gelagert, zur Anleitung für Podagriſten und Alle, die es werden wollen, endlich übermüthigen, aufbrauſenden Champagner mit geöffnetem Pfropfe in mit Eis angefüllten Silberkübeln.
Von dem letzteren hat der Kammerdiener eine neue Sorte, allerdings auf Befehl des jungen Grafen unter Zuziehung des ſtaatsminiſteriellen Koches, einer ſtrengen Prüfung unterworfen. Es iſt das eine eben erſt erſchienene Marke, noch jung und unbekannt, die aber verſpricht, eine Berühmtheit zu werden— Jaunay, wie er ſich auf einer beſcheidenen, kleinen Etikette ohne alle Anpreiſungen von grand vin de Champagne, grand mousseux oder
première qualité nennt— einfach Jaunay.
Der Koch hat ein Glas, welches ſich im warmen Zimmer gleich mit jenem angenehmen Duft umgab, der auf ein eiskaltes Getränk ſchließen läßt, langſam ausge⸗ trunken, prüfend mit den Lippen geſchmatzt, und ſagt dann
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