getünchten Mauer in einer ſcharfen, leuchtenden Linie ein herzliches„Willkommen“ ſchrieb, ſo werden wir uns alles deſſen gerne erinnern, ſowie vielleicht ſogar an ernſte Vor⸗ fälle, die wir in jenem Hauſe erlebt, wohl in ſtiller Weh⸗ muth, aber mit keinem Gefühle des Schreckens oder des Haſſes, ja, der lichtvoll freundliche Empfang wird tröſt⸗ lich im Vordergrunde bleiben und ſich bemühen, ſelbſt tiefe Schatten mitleidig zuzudecken.
Allerdings übt auch das Wetter, wie bei ſo vielen Veranlaſſungen unſeres Lebens, einen großen Eindruck aus, während wir ein fremdes Haus ſowie eine neue Ge⸗ ſchichte betreten. Fegt uns zum Beiſpiel ein heftiger Wind⸗ ſtoß ſozuſagen in eine Hausthüre hinein, ſo daß wir kaum unſern Regenſchirm ſchließen können, oder die Zipfel unſeres Paletots an uns ziehen, ehe ſie durch einen Zug⸗ wind im Hauſe dröhnend hinter uns zuſchlägt, fährt uns obendrein noch ein biſſiger Köder entgegen, oder was noch ſchlimmer iſt, die keifende Stimme eines alten Weibes, ſehen wir ſtatt Blumen auf der Treppe Beſen und Hader⸗ lumpen am Geländer lehnen oder hängen, und ſtatt des freundlichen Sonnenſtrahls eine Schmutz⸗Bordüre an den grauen Wänden des Vorplatzes, ſo werden wir ſtets eine peinliche Erinnerung an unſern erſten Eintritt in dieſes Haus behalten, wenn wir auch vielleicht ſpäter Liebes und Gutes in demſelben empfangen, und jedenfalls übt der
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