Neunzehntes Kapitel. 241
decken, dadurch könnte mir ein glänzendes Avancement, vielleicht bis zum Polizeiminiſterium, nicht entgehen.“ Er richtete ſich bei dieſen Gedanken hoch auf, indem er fort⸗ fuhr:„Mein alter, würdiger Chef wartet ſo nur noch auf einen paſſenden Nachfolger.“
Der Amtsdiener war leiſe ins Zimmer getreten und meldete den Polizeiagenten Schmetterer, welcher nach einer Handbewegung des Polizeirathes gleich darauf eintrat.
Wenn wir hier beifügen, daß Herr Schmetterer die rechte Hand ſeines unmittelbaren Chefs genannt werden konnte und ihm in den verwickeltſten Angelegenheiten ſchon die außerordentlichſten Dienſte geleiſtet, ſo thun wir es, weil das unſcheinbare Aeußere dieſes Mannes durch⸗ aus nicht im Einklange mit ſolchen vortrefflichen Eigen⸗ ſchaften ſtand.
Herr Schmetterer, der in Civilkleidern erſchien, hatte ein unbedeutendes, verflachtes Geſicht von einem faſt ein⸗ fältigen Ausdrucke, dazu fahles, blondes Haar, eine ſchlaff herunterhangende Unterlippe und bewegte ſich in eckiger, ſchlotteriger Art. 3
„Nun, was haben wir Neues?“ rief ihm der Polizei⸗ rath entgegen.
„In der Angelegenheit mit Herrn Welden unverän⸗
derter Standpunkt: der Kutſcher Klein iſt mit einem ver⸗ Hackländer, Das Geheimniß der Stadt. II. 16


