Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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Zehntes Kapitel. 9

Naſe das Ganze, die Hauswirthin inbegriffen, zu be⸗ herrſchen, denn der Oberkriegsräthin noch ſchlagfertigere und noch ſchärfere Zunge war wohl die einzige, vor der die Reviſorin einigen Reſpekt hatte; da war natürlich eine Madame Mayer und eine Madame Müller; da war der Kriegerſtand vertreten durch die uns ebenfalls ſchon bekannte, erſt kurz vorher verheirathete Lieutenantsfrau, ſowie durch eine alte, zweifelhafte Majorin von etwas fadenſcheinigem Aeußern, zweifelhaft, weil ſie als Wittwe eines einfachen Lieutenants eines kaiſerlichen Grenzregi⸗ ments ſich ein paar Jahre als Frau Oberlieutenant in Peſth, ſpäter als Hauptmännin in einer kleinen öſter⸗ reichiſchen Stadt aufgehalten und ſich nun hier in ihrer Vaterſtadt als Majorin zur Ruhe geſetzt hatte; in ihrem Beitrage zur Unterhaltung kam ſie ſelten über die Ein⸗ gangsworte:„Mein Mann, der Major“— entweder daß ſie danach ihre eigene Rede ſelbſt vergeſſen hatte oder daß ihr das Wort von einer gewandteren Rednerin abgeſchnitten wurde. Da waren noch andere Damen, die wir vielleicht im Verlaufe der Unterhaltung kennen lernen werden oder die ohne beſonderes Intereſſe nur zum allgemeinen Ganzen gehörten und deren ſchüchterne Be⸗ merkungen nicht der Mühe werth ſind, um für die Nach⸗ welt aufgezeichnet zu werden.

Taſſen und Löffelchen klapperten, das Stubenmädchen bot den von der Reviſorin eingeſchenkten Kaffee herum,