Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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Erſtes Kapitel. 23

mit großer Salbung und Ruhe, doch hatte ſich ſein ſchwaches Organ etwas gehoben, was auf den Schluß ſeiner Rede hinzudeuten ſchien, und gewiß nur aus dieſem Grunde, um ſo einige Hauptgedanken des Redners zu notiren, nahm der Stadtſchultheiß eine Bleifeder zur Hand, blickte nach⸗ denklich auf den Sprecher, dann an die Decke des Saales empor und ſchrieb auf den vor ihm liegenden Zettel:„Hecht, wenn er groß iſt und wenn die Köchin ihn ſchmackhaft zu ſpicken verſteht.“

„Ja, meine Herren,“ ſprach jetzt der Redner mit hör⸗ barem Aufſchwunge,„nur im reinen Bewußtſein, meinen Mitbürgern zu dienen, unbeirrt von allen Parteirückſichten, unbewegt von äußeren Einflüſſen und nachdem ich mit meinem Gewiſſen reiflich zu Rathe gegangen bin, muß ich Ihnen ſagen, daß ich vollkommen mit dem Vorſchlage des Herrn Stadtſchultheißen einverſtanden bin, daß ich für den⸗ ſelben ſtimme und daß ich es für einen zeitgemäßen Fort⸗ ſchritt anſehe, wenn die eiſerne Gitterthür im großen Keller des Rathhauſes endlich einmal zugemauert wird und da⸗ durch den übelriechenden Ausdünſtungen, welche nicht nur zur Zeit in den unteren Räumen ſehr bemerkbar, ſondern

‚auch hier und da in unſerem Sitzungsſaale für empfindliche Naſen zu ſpüren ſind, kräftig ein Ziel geſetzt wird.“

Der Redner ſetzte ſich hierauf nieder, ſichtlich erregt und bewegt, mit Naſenflügeln und Lippen zitternd wie ein gejagtes Kaninchen, mit den Fingern der rechten Hand