Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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18 Erſtes Kapitel.

Der Rathhausſaal war von der Größe der unteren Halle, nur um ein Bedeutendes höher, wodurch er auch, ſelbſt ohne ſeine reiche Verzierung, einen guten Eindruck gemacht haben würde. Doch hatte man dieſen Ritter⸗ und Bankett⸗Saal des ehemaligen füxſtlichen Schloſſes glücklicher Weiſe in ſeiner ganzen Schönheit beſtehen laſſen, und bildete er deßhalb heute noch ein reiches, künſtleriſches, ſchönes Ganzes. Er zeigte nur an einer Seite Fenſter; aber da dieſe beinahe vom Fußboden bis an die Decke gingen und dazu eine verhältnißmäßige Breite zeigten, ſo hatte man hier nicht nöthig gehabt, die alten, in Blei und Eiſen ge⸗ faßten Scheiben zu entfernen, und dadurch eine Haupt⸗ ſchönheit des ganzen Gemaches erhalten, beſonders da jede einzelne Abtheilung dieſer Fenſter, durch zierliche Stein⸗ ſproſſen geſchieden, in der Mitte ein großes, kunſtreich ge— maltes Wappen zeigte. Die farbige, reich verzierte Decke ſchloß ſich in den Ecken und den Langſeiten mit einer leichten Wölbung an die Wände an und war mit ſchildhaltenden Löwen verziert, welche, in gebückter Haltung ſtehend, ſo die Decke zu tragen ſchienen. Gegenüber der Eingangsthür beſtand die andere ſchmale Wand des Saales aus einem aufs kunſtreichſte geſchnitzten, neben und über einander auf⸗ gebauten Wandſchranke, welcher ehedem zur Aufbewahrung der Tafelgeräthe und der Trinkgeſchirre gedient, jatzt aber zum ſtädtiſchen Archiv benutzt wurde. Eine Hauptzierde des Saales bildete der Kamin; nicht ſo hoch wie der in

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