Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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12 Erſtes Kapitel.

„Iſt irgend ein Feſt, welches im Freien abgehalten werden muß, und es ſchüttet noch den Tag vorher und die ganze Nacht wie mit Kübeln, den andern Tag haben wir das ſchönſte Wetter von der Welt.“„Iſt es denn wahr,“ fuhr der Schreiber nach einer kleinen Pauſe in vertrau⸗ lichem Tone fort,„daß der Kronprinz heute auf dem Balle des Herrn Stadtſchultheißen erſcheinen wird?“

„Dummes Zeug! Der wird nicht ohne Einladung kommen, und daß ihn der Herr Stadtſchultheiß nicht ein⸗ geladen hat, darauf könnt Ihr Euch verlaſſen, denn es wäre keine Veranlaſſung dazu da und unpaſſend.“

„Allerdings unpaſſend— in gewiſſer Beziehung recht unpaſſend, und im Stadtrathe würde man komiſch die Köpfe darüber zuſammenſtecken. Nun, mir könnte es ganz gleichgültig ſein; ich bin doch nicht eingeladen zu dieſem Balle in ſo vornehme Geſellſchaft.“

Dabei ſchnalzte er mit den Fingern, pfiff eine Melodie vor ſich hin und war ſchon im Begriffe, in ſeinen Käſig zurückzutänzeln, als er ſah, wie das ernſte Geſicht des Amtsdieners ſich zu einem freundlichen Schmunzeln verzog und wie jener den Ofen verließ, um ſich ſo raſch, als es ſeine amtliche Stellung erlaubte, einem hübſchen Dienſt⸗ mädchen zu nähern, das mit koketter Einfachheit und tadelloſer Reinheit angezogen war und einen möglichſt kleinen, aber zierlich ausſehenden Marktkorb am Arme trug.

„Ah, Jungfer Margarethe, was bringen wir Neues?“