Erſtes Kapitel. 3
ſprach: Es iſt gut, daß ich ſchon ſo alt bin; für meine paar Jahre halten Wald und Wild noch aus.
Das thaten ſie denn auch; aber es dauerte nicht ſehr lange mehr, ſo hatte es hier mit der Waldeinſamkeit und Jagdherrlichkeit ein Ende, es kamen für den fürſtlichen Beſitzer ſo ſchlimme Zeiten, es fegte draußen in der Welt ein ſo ſcharfer Wind, daß er es behaglicher fand, ſich hier, etwas abſeits von der großen Verkehrsſtraße, feſter anzu⸗ ſiedeln und das alte Jagdſchloß auch während des Som⸗ mers zu beſuchen. Damals war es, wo man in einem mäßigen Umkreiſe um das Schloß herum die erſten Häuſer baute, von denen wir oben ſprachen, und alſo den Kern einer Stadt bildete, die denn auch bald ſchnell, bald lang⸗ ſam rings umher anwuchs, mit der Zeit das ganze Thal ausfüllte, ja, zu den flachen Höhen hinanſtieg, wo ſich auf einer derſelben ein prächtiges Schloß erhob, das in nicht gar zu langer Zeit wieder einen Mittelpunkt für ſich bil⸗ dete. Und zwar den Mittelpunkt reicher, eleganter Stadt⸗ theile, die mit geraden Straßen und palaſtähnlichen Häu⸗ ſern, mit Parkanlagen und den großen Verkehrsanſtalten vornehm auf das alte Jagdſchloß herabblickten, das aber in ſeiner Eigenſchaft als Rathhaus immer noch gewiſſer⸗ maßen der Mittelpunkt, ja, der Kern der ganzen Reſidenz war,— hier, wo das öffentliche Leben ſtärker wogte, als in jenen anderen Stadttheilen, hier, wo man es nicht ver⸗ gaß, daß da, in dem Mittelpunkte der erbgeſeſſenen


