Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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Erſtes Kapitel.

Dieſes jetzige Rathhaus war urſprünglich ein fürſt⸗ liches Jagdſchloß geweſen, in einem weiten Thale liegend. Dichter Wald, mit Hirſchen, Bären und Wölfen bevölkert, bedeckte die umliegenden Höhen, und klares Bergwaſſer, welches von dort herabkam, floß nahe an den Mauern des alten Jagdſchloſſes vorüber.

Meiſtens lag es ſtill und einſam, beſonders zur Sommerszeit, wo alsdann der Forſtwart mit ſeinen Knech⸗ ten, ſowie Hirſche und Rehe gute Tage hatten. Sobald aber der Herbſt die uralten Eichen und Buchen der Wal⸗ dungen bunt färbte, zog der fürſtliche Eigenthümer mit zahlreichem Gefolge ein, und dann ward es auf Monate lang ringsum lebendig vom Halloh der Jäger, vom Klange der Hörner und Abends in der unteren großen Halle des Schloſſes vom Klirren der Becher, von luſtigen Reim⸗ ſprüchen und von keck geſungenen Schelmenliedern.

Nach und nach aber verminderte ſich das Wild in den Wäldern, auch vernahm man ſchon hier und da auf den Höhen, beſonders an Stellen, wo hundertjährige Eichen beiſammen ſtanden, das Seufzen der Säge und die ſchal⸗ lenden Schläge der Axt; dann bemerkte der alte Forſtwart vom Söller des Jagdſchloſſes oft, wie drohend einer der gewaltigen Baumrieſen mißmuthig ſein Haupt zu ſchütteln begann, hierauf krachend umſank, kleine Bäume und nied⸗ rige Sträucher in ſeinem Falle mit zu Boden reißend, worauf jener ſeinen grauen Bart ſtrich und zu ſich ſelber