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Humoristische Erzählungen / von F. W. Hackländer
Entstehung
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Bruſt, welche dich dazu antreibt, und mein ödes Herz hat dich ver⸗

ſtanden, es hat dich darum aufgeſucht. Ich irre ſchon lange in der

Welt herum und verlange nach dir, ohne dich zu kennen, und jetzt

wo ich dich gefunden, laſſe ich dich nimmer. Sieh mich nicht ſo kalt

an. Lieber jenes entſetzliche Lachen von geſtern, ſtürzt es mich auf

die Felſen hinab, dann wäre ich vielleicht todt und ruhig!Wer

biſt du denn? fragte die Jungfrau mit ſehr weicher Stimme und

beugte ſich zu ihm, daß ihre Goldhaare ſein weiches berührten.

Erlaß mir die Antwort dieſer Frage, ſie könnte dich doch nicht be⸗

friedigen. Weiß ich denn, wer du biſt. Mir biſt du ein holdes, ja

ich ſage es laut, ein geliebtes Weſen. O kann ich dir das nicht auch

ſein?Vielleicht ja, antwortete leiſe die Lurley, und drückte ihm

ihren Schilfkranz auf die Locken.Ich könnte dir gut ſein, wie nie

Jemand, ich möchte mit dir koſen, aber ehe ſage mir, was zog dich

zur Waſſerjungfrau? warum kommſt du wieder zu mir herauf, nach⸗

dem ich dich geſtern mit meinem lauten Lachen abgeſchreckt? Warum

wagteſt du es, dich neben mich zu ſetzen. Fürchteteſt du nicht die

4 Lurley?Nein, Jungfran, entgegnete der junge Mann,ſchon

geraume Zeit Kreife ich in der Welt umher, und eine Stimme in mei⸗

ner Bruſt flüſtert mir zu: ich ſolle ein Herz ſuchen, welches für mich

ſchlüge, und nie hat die Stimme geſchwiegen, bis ich geſtern Abend

deinen wundervollen Geſang hörte und mir durch ein ſeliges Gefühl

bei deinem Anblick kund ward, daß du es ſeieſt, welche ich geſucht.

O du haſt auch ein Herz, nicht wahr, Lurley?Ja, lispelte die

Waſſerfee und ein eigener Glanz belebte ihr blaues Auge, neines,

welches heftig pocht und für dich, du ſeltſames Menſchenkind. Ich

weiß nicht, wie mir iſt; aber ich liebe dich plötzlich mit der ganzen

Kraft meiner Seele. Fühle, wie mein Herz ſchlägt. Sie legte ihm

ihren weißen Arm um den Hals, und wollte ihn an die wildathmende

Bruſt ziehen. Mit glühender Zärtlichkeit in dem Blick ſtarrte ſte der Jüngling ſelig an, und entzog ſich doch ſanft ihrer Umarmung.Höre

mich, Lurley, ſprach er,dein Blut flammt, deine Hand zittert, aus

deinem Weſen weht ein ſprühendes Feuer, in das ich mich entzückt

hineinwerfe und da verbrenne. Mich, die Mücke, muß das ſtrahlende

Licht verzehren. Doch ehe ich in deinen Armen ſterbe, ſage mir Lebe⸗

wohl, verſprich mir, mich nicht zu vergeſſen, gedenke zuweilen meiner.

Was ſagſt du da, entgegnete die Jungfrau, und ihrem Auge ent⸗

ollten ein paar Thränen, die aber nicht wie die der Menſchen zu

Boden fielen, ſondern gleich von den Lüften gierig eingeſogen wurden.

Fürchteſt du mich? Glaubſt du, ich ſei ein treuloſes Weib und er⸗

** droſſelte dich in meinen Armen? Was haben wir armen Nirxen euch

gethan, daß ihr Menſchen uns verläumdet, uns ſo bösartig und falſch

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