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Humoristische Erzählungen / von F. W. Hackländer
Entstehung
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hich bin ein Waſſermann!

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der Fürſt von der Moſel, und der Graf von Walportsheim ſchüttelte ſein Haupt, um welches ſtatt Haare große lange Waſſerpflanzen flat⸗ terten, mit welchen er den Anweſenden im Geſicht herumfuhr. Er rief.Auch habe ich grünk Haare! ſeht meine grünen Haare! Ja wohl,

Auch ihr, jauchzte der Prinz da⸗ 5 zwiſchen,ſollt Waſſer⸗, nein Weinmänner werden! Holla, Geſellen! f kommt, liebenswürdige Weine, rächt euch an dieſen Geſtalten, die ſchon ſo vielen der eurigen in ihrem Magen ein ſchlechtes Ende be⸗ reitet haben. Steigt heraus und erſäuft ſie! Heraus! heraus!

Hui, wie flogen die Pfropfen der Flaſchen, wie zerborſten die, denen er zu feſt auf dem Halſe ſaß! Roth und weiß floß der Strom durcheinander und von Minute zu Minute ſtieg die Fluth. Wollten die unglücklichen Menſchen zur Thür oder zum Fenſter hinaus, ſo traten ihnen die greulichen Waſſerſcheuſale entgegen oder ſonſt eine der wüſten Geſtalten, welche das Haus umliefen, es bewachten und Niemand hinausließen. In halber Ohnmacht lag Barbatus in ſeinem Stuhl und ſchaute mit gebrochenem Auge in die Verwüſtung. Eck⸗ ſteinkönig dagegen ſaß ſo gravitätiſch wie früher, Scepter und Kugel in der Hand haltend, und lächelte.. 3

Um ſich vor dem ſichern Waſſertode wenigſtens eine Zeit lang zu retten, warfen ſich die Studenten, Unteroffiziere und Bürger gegen das Billard und verſuchten es von allen Seiten zu erklettern. Aber es ſchwankte wie ein Boot im Rhein, und manche fielen mehrmals in's Waſſer, ehe ſie den rettenden Bord erreichten. Unvermögend, ſich zu rühren, war Barbatus ſitzen geblieben; jetzt wehrte er ſich mit aller Kraft der Verzweiflung gegen einen ungeheuren Krebs, welcher ſich bemühte, ihm mit ſeiner Scheere den dreieckigen Hut vom Kopf zu ziehen. Mit einer Hand ſchüttelte er den Eckſtein und verſuchte, ihn aus ſeiner phlegmatiſchen Ruhe zu zerren.Rette mich! Majeſtät! ſtöhnte er. König, hilf! ſchlag mit deinem Scepter das Unthier zu Boden! Hülfe! Hülfe! Ruhig ließ dieſer das Stück Holz, welches er in der Hand trug, auf den Kopf des Thiers fallen, das ſogleich vom Geiſtlichen abließ und in die Fluth tauchte. 1 5

Da ſtürzte der Prinz hinzu.Wie, du Kartenkönig, rief er,

du wagſt es, meine Freunde zu ſchlagen? Herbei, herbei, lieben Thiere! Kneipt ihn, erwürgt dieſen König! Eine Maſſe der häßlich⸗ ſten Thiere kam herangeſchwommen; doch kaum hatten ſie ſich dem König genähert, ſo prallten ſie zurück und umkreisten ihn ſcheu in einiger Entferung, und ſelbſt der Prinz wich vor dem todten, bleifar⸗ benen Auge zurück und wagte nicht, ihn anzuſehen.Wer biſt du?e? fragte der Prinz.Der Eckſteinkönig hochſeligen Andenkens. 78o geh' in dein Grab, wenn du ſelig biſt, rief der Graf von Wal⸗