ſpenſt in den Weg getreten, oder hab' ihm ein unheimliches Wort in die Ohren geflüſtert, wenn er das Blut meines edlen Volkes mit ſchlechtem Drachenfelſer miſchen wollte.—„Und daß ihr undankbaren Geſchöpfe,“ rief der Dritte,„in dieſem geringen Hauſe ein Glas guten Rheinwein trankt, habt ihr mir zu danken Ich bin der Prinz Pips, Vetter Seiner Majeſtät vom Rhein, und für eure Unhöflichkeit will ich euch jetzt mit Waſſer regaliren.“ Und ſtärker und ſtärker ſchoſſen die Waſſerſtrahlen aus den Fingerſpitzen des Prinzen. „Nixen und Waſſermänner!“ ſtöhnte Barbatus und ſank in ſei⸗ nen Stuhl zurück.„Hebt euch von hinnen, ihr Geſpenſter, im Na⸗ men——“—„Alberner Menſch!“ unterbrach ihn der Fürſt von der Moſel,„glaubſt du uns durch deine ohnmächtigen Formeln hin⸗ wegſchrecken zu können? Glaubſt du, ihr ſeid höhere Weſen, die ein⸗ zigen vom Schöpfer anerkannten, und ein Wort von euch reiche hin, uns verſchwinden zu machen? Dankt es unſerer friedfertigen Natur, daß wir nicht längſt von unſerem Grunde aufgeſtiegen ſind und uns auf dem Lande die Macht angemaßt haben, welche wir unbeſchränkt im Waſſerreiche üben. Faſſe meine Hand und fühle, ob dein Fleiſch feſter iſt, als das meinige!“—„Greift ſie, greift ſie!“ ſtöhnte Bar⸗ 4 batus und ſchlug in der gräßlichſten Angſt mit beiden Händen auf den Bauch.„O ſtilles Vergnügen, dein werd' ich gedenken!! „Holla ho!“ ſchrie Prinz Pips,„wir wollen unſere Unterthanen aus dem Keller abrufen und das Gezücht hier im klaren Wein er⸗ ſäufen. Herauf ihr Geſellen, und herein ihr draußen!“ Er riß das Fenſter auf, zu welchem der Wind, der noch immer heftig tobte, Schilf⸗ pflanzen und Waſſerblumen, auch ſonderbar geballte Nebel hereinjagte, die ſich in der Stube zu ſeltſamen Geſtalten umwandelten. Hier ſprang ein ungeheurer Froſch, da eine rieſige Eidechſe. Große Fiſche ſchlüpften 3 zwiſchen den vor Entſetzen angefeſſelten Menſchen herum und ſchnappten ihnen nach den Beinen. Unten im Keller begann es zu klingen und zu klappern; es rutſchte und rollte die Treppe herauf, es klirrte und drängte gegen die Stubenthür, welche aufſpringend ein unermeßliches Flaſchenheer in die Stube ließ. Rhein⸗, Moſel⸗ und Aarweinflaſchen rollten herein, ſogar einige Champagnerflaſchen hatten ſich im allge⸗ meinen Strudel mit fortreißen laſſen. Es war ein gräßlicher Anblick, ein betäubender Spektakel: das Knirſchen der Flaſchen, indem ſie ſich an einander drückten und drängten, dazwiſchen das Quicken und Grun⸗
„ zen der Waſſerthiere, wozu der Prinz immer gräßlicher lachte und ſich bald lang, gleich einem Aal ausreckte, bald wie eine Schildkröte zu⸗ ſammenkroch. Auch hatte er ſchon ſo viel Waſſer von ſich gegeben, daß der Fußboden über einen Schuh hoch damit bedeckt war.
„Wollt ihr meine grünen Zähne ſehen, ihr Menſchenvolk?“ lachte
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