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Humoristische Erzählungen / von F. W. Hackländer
Entstehung
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erſten Liebe, Herr von Eckſtein, müſſen Sie mir erzählen. Und was haben Sie gelernt? was ſtudirt? oder in welchem Geſchäfte haben Sie gearbeitet?“—„Ich habe nie gelernt, nie ſtudirt, auch nie ge⸗ arbeitet,“ ſagte Eckſtein.„So, ſo!“ entgegnete Herr Barbatus;„aber was ſind Sie denn eigentlich? Was ſtellen Sie in der Welt vor?“— „Ich?“ ſagte Eckſtein, neigentlich gar nichts.“ „Sehr ſonderbar,“ meinte Herr Barbatus;„aber Sie müſſen doch irgend eine Erinnerung haben, z. B. wo fühlten Sie zuerſt, daß Sie da waren, daß Sie lebten? Wann tranken Sie den erſten Schop⸗ pen?“—„Eines Morgens,“ erzählte Eckſtein ſehr gleichgültig,„muß mich der Wind in den Hof eines Hauſes hineingeweht haben; denn von einem ſehr harten Falle auf den Boden erwachte ich und fühlte, daß ich da ſei. Ich bin bald aus dem Hauſe geworfen worden, in⸗ dem die Leute meinten, ich ſei ein Dieb. Darauf, weil ich ſehr müde war, habe ich mich nicht weit von dort auf einen Eckſtein geſetzt, wo ich noch jetzt regelmäßig jeden Tag ſitze, weil es mir da gefällt und ich ſonſt nicht weiß, was ich machen ſoll. Eine einzige, aber ſehr dunkle Erinnerung habe ich von einem frühern Daſein; ich glaube nämlich, daß ich vor langer Zeit irgend ein König geweſen bin.“—— „Aber die Subordination,“ ſchrie einer der Studenten„iſt eine hölliſche Erfindung. Alſo wenn ſo ein Lieutenant zu Ihnen ſagt: „Herr, Sie ſind ein Eſel!“ ſo antworten Sie mit der größten Unter⸗ würfigkeit:„Sehr wohl, Herr Lieutenant?“—„Freilich,“ ſagte der Unteroffizier.—„Und wenn Sie dagegen ſprächen:„das ſind Sie ſelbſt, Herr Lieutenant, ſo—“—„Käm ich in Arreſt.“—„Und wenn Sie nun, denn das könnte doch auch vorkommen, einmal un⸗ ſchuldig in Arreſt kämen, wie revanchirten Sie ſich denn?“—„Ich bedankte mich für die gnädige Strafe,“ entgegnete der Unteroffizier.

„O weh, die Welt geht unter, Es ſprang dem Faß ein Reif!“

jauchzte der Student, ſo daß der Herr Barbatus beſtürzt nach ſeinem Hute griff. Mittlerweile fing der Wein im ganzen Kreis an zu wirken. Eck⸗ ſtein ſchüttelte vergnüglich ſeinen Kopf und ſchnitt dazu allerhand ſeltſame Grimaſſen, welche Barbatus ſtets mit unmäßigem Gelächter begleitete.„Ei, Herr König,“ lachte er,„ſoll ich Ew. Majeſtät nicht eine Krone anfertigen? He, einen Bogen Goldpapier, wenn er zu haben iſt!“ Der Wirth hatte von der letzten Weihnachtbeſcheerung zum Glü

einen erübrigt, welchen er dienſteifrig nebſt einer Scheere herbeibrachte. Schnell machte ſich Barbatus darüber her und hatte in kurzer Zeit eine ſaubere Krone fertig, die er dem Herrn von Eckſtein vermittelf

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