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ſich anſchloß und ſie jedesmal bis zu einer gewiſſen Stelle der Straße begleitete, wo man den Rhein ſehen konnte. Da entfernte er ſich ſchweigend und ſetzte ſich an die Mauer auf einen großen Eckſtein, wenhen er, ſo ſagten die Leute, die hier herum wohnten, im Laufe des Tages ſelten verließ. Deswegen, und weil man ſeinen wirklichen Na⸗ men Hicht wußte, nannte man ihn nur den Herrn von Eckſtein, eine 4 Benennung, die ihm zu gefallen ſchien; denn er erwiderte dieſe Be⸗ grüßung bei ſeinem Eintritt ſtets mit freundlichem Lächeln. Daß ſeine ſonderbare Kleidung, von den ſeltſamſten Farben und ganz barok im Schnitt, jemals Mode geweſen, exinnerten ſich auch die älteſten Gäſte nicht. Anfangs war dieſe ſchweigſame Erſcheinung den guten Kölnern verdächtig geweſen; nach und nach aber hatten ſie ſich an den Herrn
von Eckſtein ſo gewöhnt, daß ihnen etwas fehlte, wenn er, was übri⸗
gens höchſt ſelten geſchah, einen Abend ausblieb.
Ferner war in dieſem Kreiſe froher, kluger Zecher oben genannter Weltgeiſtliche, der Herr Barbatus, zu bemerken. Derſelbe verſah alle Funktionen eines öffentlichen Miniſteriums. Er pflegte die Reden zu halten, welche allenfalls nöthig waren, und war bei kleinen Streitig⸗ keiten die höchſte Inſtanz; ein ſehr freundlicher Mann, wenn er ein⸗ mal den zwölften Schoppen geleert hatte; vor dieſem Zeitpunkte aber war er einſylbig, warf viel mit Brocken ſchlechten Lateins um ſich und behielt den Hut auf dem Kopfe. So lange dieſer Zuſtand dauerte, war es ſehr ſtill„Im Kreiſe rings“; aber wenn der Herr Barbatus ſein dreizehntes Fläſchen nahm und ſein Dreieck lüftete, ſo ſummte und krabbelte es vergnüglich in dem Zimmer, als habe man von einer Schachtel voll Maikäfer den Deckel abgenommen. Im Ganzen wurde der Ton ſehr anſtändig gehalten. Zotenlieder waren ganz und gar verboten; überhaupt hörte der Herr Barbatus nicht gern, wenn ge⸗ ſungen wurde, und pflegte häufig beim Anfang eines Liedes, das ihm nicht behagte, ſeinen Hut wieder aufzuſetzen, was dann als Beweis ſeiner höchſten Unzufriedenheit vom ſingenden Publikum durch Aufgeben des Geſanges reſpektirt wurde.
Eines Abends hatte Herr Barbatus ſeinen Hut abgenommen, und es herrſchte im ſtillen Vergnügen laute Fröhlichkeit. Fleißiger als ſonſt war den Schoppen zugeſprochen, und bald ſtrotzten die Himmel⸗ reiche von Seligen. Draußen fegte ein rauher Wind und raſſelte zu⸗ weilen an den Fenſtern hin, als beneide er die in der Stube Sitzonden unnd wolle auch herein; doch abgehalten durch die feſt verſchloſſenen Fenſter, flog er unter das Unkraut vor der Thür und koste mit der ſelben. Ein Nachtwächter, welcher ſich heute Abend in dieſe Gege verirrt hatte, erzählte ſpäter ſeinen Bekannten, er habe unter d Gras und Kraut auf dem Paatz vor dem ſtillen Vergnügen in jen
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