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Schlaf war aufgeſtört worden, obgleich man ihn fünf⸗ bis ſechsma geweckt hatte, ſo forderte der liebenswürdige Ausländer gerade in dem Augenblick warmes Waſſer zum Raſieren, als wir nach haſtigem Ver⸗ ſchlingen unſeres Frühſtücks in den Wagen ſtiegen. Und wir mußten warten, wir alle, unſer Zehn, mußten warten dieſes einzigen lumpigen Engländers wegen. So will es das Gaſthofgeſetz. Endlich kam er die Treppen herab, bezahlte aufs Umſtändlichſte ſeine Rechnung, zankte ſich über einige Pfennige, die ihm zu viel angerechnet ſeien, und war nicht eher zum Einſteigen zu bringen, als bis der Kutſcher in die Pferde hieb und alles Ernſtes Miene machte, davon zu fahren.
Man muß es dem Bahnhof in Cöln nachſagen, daß er aufs Zweckmäßigſte eingerichtet iſt. Die Anfahrten ſind alle ſehr bequem, die Räumlichkeiten für Paſſagiere und Güter wohl eingerichtet, und das Perſonal ſehr zuvorkommend und höflich. Es war, wie geſagt, ſchon ziemlich ſpät geworden, und um die Caſſe wogte und drängte es ganz gewaltig. Man hat hier eine ſinnreiche Einrichtung getroffen, um das heranſtrömende Publikum zu vermögen, daß es ſich von einer Seite zur Caſſe hinbegibt und von der andern Seite wieder wegflutet. Sie beſteht in einer Barriere, die in einem ſpitzen Winkel gerade ſo nahe vor das Caſſenfenſter gerückt iſt, daß ſich allenfalls noch ein ziemlich wohlbeleibter Menſch durchdrängen kann. Zum Ueberfluß für jemanden, der, obgleich er eine ganze Reihe Leute dort ankommen und hiur abgehen ſieht, noch im Zweifel ſein könnte, ob ſtie auch den rich⸗ tigen Weg gewählt, ſieht man an jeder Seite der Barriere eine große fette Hand gemalt, die ruhig und gemeſſen jedem Ankommenden den Weg zeigt. Man muß alſo ſchon ſehr werhärtet oder ein ganzer Eng⸗ länder ſein, um trotz dieſen deutlichen Hinweiſungen die Sache verkehrt aüizugreifen. Heute Morgens iber paſſtrte es nicht nur einem Ein⸗ zelnen dieſes ſeltenen Volkes, ſondern als ich in die Barriere trat und ungefähr noch der Sechste bis zum Caſſenfenſter war, lenkte drüben eine ganze Familie Engländer nach ſorgfältigem Umherſchauen und Prüfen in den verbotenen Weg ein, uns entgegen. Es war ein Eng⸗ länder Vater, eine Engländerin Mutter, und ſechs engliſche Kinder, alle acht ſehr pikant blond und äußerſt mager. Alle hatten den Mund weiter geöffnet, als gerade nöthig war,— iimn ſtark ausgeprägter Fa⸗ milienzug; nur ließen die drei jungen Gentlemen gleich dem Vater die Unterlippe herabhangen während die drei Ladies, analog der Mutter, die Oberlippe emporzogen. So ſtanden wir, zwei feindliche Parteien, einander gegenüber, und meine überhöflichen Landsleute, wenn ſie bei dem Caſſenfenſter vorbei ſich durch die wegſperrenden Engländer mit Mühe hindurch zwängten, baten dieſe freundlichſt um Verzeihung. Ge⸗ rade vor apir in der Barriere ſtand ein Mann von ganz koloſſalem
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