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unſere Abſicht geweſen, über Schiltach und Wolfach nach Rippoldsau zu gehen, was man uns hier abrieth, da dieſer Weg dem Kinzigthale entlang für uns, die wir nur die Abſicht hatten, den Schwarzwald ſelbſt, das heißt, ſeine himmelhohen Tannen und Waldwege zu bewun⸗ dern, wenig belohnend ſei. In Alpirsbach beſahen wir das einzige Merkwürdige, was der Ort bietet, ein altes Benediktinerkloſter, wel⸗ ches im Jahre 1095 von Rottmann von Hauſen und Adelbert von Zollern geſtiftet wurde. Die ſehr kleine Kirche deſſelben hatte man jetzt weiß angeſtrichen und für den evangeliſchen Gottesdienſt einge⸗ richtet. Der Kreuzgang war mit Bildhauerarbeit verziert und wenn nicht einer von den ſchönſten, die ich geſehen, doch einer der ödeſten und unheimlichſten. Er umgab von vier Seiten einen kleinen Hof, zu dem entweder nie ein Eingang geweſen oder derſelbe vermauert war; denn den Boden hatte ſeit langer Zeit kein menſchlicher Fuß mehr betreten; es wucherte da ein Wald von Unkraut, allerlei Schma⸗ rotzerpflanzen bedeckten die Fenſter theilweiſe und verdunkelten den Gang noch mehr. Ich hätte ihn wohl beim Mondſchein ſehen mögen, da müßte er eine gute Staffage zu einer ſchauerlichen Novelle abgeben. In der brennendſten Sonnenhitze ſtiegen wir wieder aus dem Thale herauf in den Wald, um nach Rippoldsau zu kommen. Auf dem Wege begegneten uns wieder viele Mädchen mit ſchwarzen Augen und ſchwar⸗ zen Haaren, die ſie in lange Zöpfe geflochten über den Rücken hinab⸗ hängen laſſen. Sie kamen vom Feld, wo ſie vom frühen Morgen an bis jetzt gearbeitet hatten, und da die Hitze zu groß wurde, nach Hauſe zurückkehrten. Die meiſten waren ſchlanke volle Geſtalten, die unſern Gruß freundlich erwiederten. Von einer der hübſcheſten, mit der ich mich unterhielt, und die mir, nachdem ich eine lange Rede gehalten, recht naiv antwortete, ſie habe mich nicht verſtanden, erfuhr ich end⸗ lich, nach vielen Umſchreibungen, daß ſie Maria heiße, worauf wir uns als gute Freunde trennten. Wir litten bei dem Bergſteigen nicht wenig von der Hitze, und waren endlich recht froh, wieder in den Schatten der Tannen zu kommen. Doch ſtiegen wir luſtig und guter 44 Dinge, lachend und ſingend aufwärts und vertrieben uns die Zeit,* indem wir uns bald Mährchen, bald ſelbſt erlebte Anekdoten erzählten. Meine Phantaſte iſt nie ſo regſam, als wenn ich im Wald ſpaziere, und hundert Pläne und Gedanken, wenn auch vielleicht alle ohne Werth, tauchen in mir auf; heute waren wir Beide beſonders glücklich, No⸗ vellen zu erfinden, wir verwarfen aber alle als nicht tauglich, bis auf eine, die uns ſehr pikant vorkam. Ein junger, wohlbeleibter, aber dabei ſehr fauler Poet, ſteht im erſten Kapitel der Novelle endlich ein, daß eben dieſe Faulheit nicht viel aufs Papier brächte, und daß er in dem Gewühl und der Zerſtreuung der großen Welt, die ihn umgab,


