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Humoristische Erzählungen / von F. W. Hackländer
Entstehung
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Ein Auoſtug in den Schwarzwald.

Gegen die Mitte des Monats September ſchien der Sommer noch einmal in ſeinem vollen Glanze, in ſeiner ganzen Hitze bei uns anekehs. Es lag bei dem klarſten Himmel eine wirklich drückende Schwüle auf den breiten ſchattenloſen Straßen Stuttgarts, und ſelbſt die Winde, die ſich ſonſt hier nicht ſelten machen, ſparten dießmal ihren Athem oder trieben, weil es ihnen vielleicht im Thale zu heiß war, auf den Bergen umher unter Buchenlaub und Rebenranken ihr loſes Spiel, indeß ſie uns faſt verſchmachten ließen. Nicht nur in der Mittagszeit war es außerordentlich warm, ſondern auch am frühen Morgen und ſpäten Abend herrſchte eine Luft ſo lau, wie ſie in die⸗ ſen Monaten vielleicht an den himmliſchen Küſten bei Neapel oder in den Ebenen bei Pavia und Mailand herrſcht, und der Himmel war ſo dunkelblau und klar, wie er über Italien ſchwebt. Trotz der An⸗ nehmlichkeit, auch einmal im September noch ſolche Tage zu haben, ſo warm und berauſchend, wie die der ſüdlichen Länder, die wir oft darum beneiden, ſo kommt doch dieſe Sache ſelten, wir ſind nicht ein⸗ gerichtet, die Hitze zu empfangen und zu brechen, wie wir es mit der Kälte machen; uns fehlt der erquickende Seewind, der am Abend über den einförmig ſchlagenden Wellen hinſtreicht und kühlend das Geſicht des Spaziergängers küßt; bei uns wächst nicht der Orangebaum, deſ⸗ ſen ſüße duftige Blüte die Hitze zu verzehren und Kühlung auszubrei⸗ ten ſcheint; und dann eine Hauptſache: uns fehlt das Eis, ich meine Gefrorenes, wie man es in jeder, auch in der kleinſten Stadt Italiens in Auswahl haben kann. Freilich wagt ſich auch hier wohl in einigen Konditoreien, wenn es einmal vierzehn Tage hintereinander ſehr heiß geweſen iſt, zuweilen eine ſchüchterne Tafel vor die Thür, auf der man die Worte:Glace oder Gefrorenes liest, aber man findet da ein oder auch wohl zwei Arten Eis, halb warm und kein ſteinhartes Pezze, ſondern ein Glas voll dicken Breies. Stößt man ſelbſt zuwe